Synergie

Ausgehend von den Potentialen „maritime Verbundwirtschaft“ und „Bauwirtschaft“ wurden von der Arbeitsgemeinschaft Living on water innovative Konzepte für schwimmende Häuser und Siedlungen entwickelt, die sich von bekannten Hausboottypen in Europa und Übersee signifikant unterscheiden. Die unterschiedlichen Aspekte der Entwicklungsarbeit richten sich auf typologische Frage-stellungen (vom Haus zum Schiff, vom Schiff zum Haus), auf die Definition von Standortbedingungen, auf die Bedingungen öko-logischer Verträglichkeiten, auf Klassifizierungsansätze und nicht zuletzt auf Fragen der Beschäftigung in den vom Strukturwandel betroffenen Küstenregionen.

So will die Arbeitsgemeinschaft Living on water mit den erarbeiteten Konzepten für schwimmende, ressourcensparende, intelligente und werthaltige Häuser zeigen, welche Potenziale dieser Bautyp für die maritime Wirtschaft speziell Schleswig-Holsteins im Hinblick auf seine beschäftigungs- und regionalpolitische Bedeutung entwickeln kann.

Ausgangspunkt für die Entwicklung von ökointelligenten schwimmenden Gebäuden und Siedlungen bilden die konkreten individuellen und kollektiven Stärken der maritimen Verbundwirtschaft und der Bauwirtschaft der Küstenregion Schleswig-Holsteins.

Dies erfordert, dass die Kompetenz und Praxiserfahrungen der Akteure bereits in der Planung integriert wird. Ein Projektergebnis besteht in der Beantwortung der Frage, was kann die Bauwirtschaft von den Schiffswerften lernen. Eine integrale Planung ist ein Grund für die hohe Identifi kation der Werftarbeiter mit ihrem Finalprodukt.

Ähnlich wie bei Schiffen der genau ermittelte Treibstoffverbrauch als zugesicherte Eigenschaft von der Werft garantiert, ist dies bei den schwimmenden Häusern z. B. der Brennstoffverbrauch.

Schiffe werden immer mit sog. Eignerhandbüchern u. a. zur Wartung und Instandsetzung ausgeliefert. Übertragen auf ein Gebäude wäre dies eine objektspezifische Inspektions- und Nutzeranleitung. Als „normsetzende Instanzen“ gilt es die Potenziale der Klassifikationsgesellschaften für den Bau und während der Nutzungsphase einzubinden.

Durch die frühzeitige interdisziplinäre Zusammenarbeit aller an der Planung und Ausführung Beteiligten können Lösungen erreicht werden, die gleichermaßen durch Funktionalität, Gesundheitsverträglichkeit, Wohnbehaglichkeit, architektonische Gestaltung, städtebauliche Einbindung, langfristige Wirtschaftlichkeit und ökologische Qualität überzeugen. Ergebnisse dieses Prozesses sind hochwertige, wohngesunde, ökologische und CO2-neutrale schwimmende Gebäude, bei denen auf den Einsatz von umweltbelastenden Baustoffen und Ausbaumaterialien verzichtet werden kann.

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